Zürichsee: Eine Winterreise

Fotos: Carina Scheuringer, SZU und swiss-image.ch/Renato Bagattini 

Zürichsee | Zürich im Winter? Aber natürlich! Manchmal gibt es nichts Schöneres! Wir zeigen es Ihnen. Kommen Sie mit auf eine kleine Winterreise und lassen Sie sich von der Limmatstadt verzaubern.

Sonne, Strand, Meer. Natürlich gibt es Tage, an denen man in Zürich dem Winter gerne in andere Gefilde entfliehen möchte. Heute ist aber nicht einer davon. In der Nacht hat Väterchen Frost sein Versprechen eingelöst. Eine strahlend weisse Pracht schmückt nun die Häuser, Wege, Bäume und Türmchen der Limmatstadt.

Verträumt liegt auch die Seeuferpromenade dar; verlassen wirken die mondänen Hotelbauten, das Opernhaus und der sonst so belebte Bürkliplatz. Mit dem Schnee ist Ruhe eingekehrt. Aus der Ferne winken die Alpen, tief vermummt im Winterkleid. Nur die Tauben gurren.

Stille Wasser, tiefe Gründe

Selten umgibt den Zürichsee ein grösserer Zauber als nach dem ersten Schnee. Trotzdem bin ich heute auf der «Limmat», eines von zwölf Motorschiffen der Zürcher Schifffahrtsgesellschaft, fast allein. Eine gefühlte Ewigkeit her ist der Sommer, als der See mit dem blitzblauen Himmel um die Wette strahlte und Ausflügler in Scharen lockte. Nun präsentiert sich der Zürichsee einsam, dunkel, tiefgründig und mysteriös. Vielleicht sogar etwas melancholisch. Und es steht ihm gut. Sein neues Gewand verleiht ihm eine zusätzliche, fast magische Dimension.

Fasziniert verharre ich auf dem Aussendeck, die Finger eiskalt, die Wangen gerötet und betrachte die Szenerie, die wie ein Bilderband vorbeizieht. Oben wacht der Uetliberg, eine Skulptur in schwarz-weiss; unten kuscheln sich die stadtnächsten Seegemeinden eng aneinander: Kilchberg, Rüchlikon und Thalwil auf der einen; Zollikon, Küsnacht und Erlenbach auf der anderen Seite. Bunte Dächer und Fassaden liefern Farbtupfer im fahlen Licht. Kein einziger Sonnenstrahl spiegelt sich im Wasser.

Zwei Stunden dauert die kleine Seerundfahrt, die ich mir mit heisser Schoggi und Gipfeli versüsse. Als ich dann zurück am Bürkliplatz wieder an Land steige, habe ich Lust auf mehr, mehr Zürich im Winterkleid. Und ich muss nicht lange suchen. Mit dem Uetliberg habe ich das nächste Ziel schon vor Augen.

Himmel auf Erden

Unter mehr als 23'000 Lichtkristallen, die abends über der Bahnhofstrasse leuchten wie Sterne am Firmament (noch bis 6. Januar 2021), schlendere ich in Richtung Hauptbahnhof. Stimmungsvoll dekoriert sind die Schaufenster und Hausfassaden. Hier lacht ein Engelchen vom Fenster; dort hat sich ein Bäumchen feierlich herausgeputzt. Selbst die Zürcher Einkaufsmeile ist an Tagen wie diesen idyllisch; von der üblichen Hektik keine Spur.

Mit der Uetlibergbahn lasse ich die Stadt hinter mir. Nach zwanzig Minuten stehe ich auf dem Zürcher Hausberg, mitten in der Natur. Bäume wiegen andächtig im leisen Lied des Windes; die Äste schneebeladen; die letzten Blätter mit Eisrosen verziert. Beim Uto Kulm gleitet der Blick in die Ferne. In der Distanz verschmelzen Himmel und Erde im weiss. Unter mir schlummert die Stadt wie im Dornröschenschlaf.

Dann plötzlich ist der Zauber perfekt: Für einen Moment öffnen sich die Wolken. Im einzigen Sonnenlicht des Tages glüht die Albiskette im Wintergold. Schneekristalle funkeln wie Sternenstaub. Und in diesem Augenblick gibt es keinen Ort auf der Welt, keinen Strand und kein Meer, nicht mal einen Berg, an dem ich lieber sein möchte. Auch in Zürich gibt es es: das Winterwunder.

Praktisches

Kleine Seerundfahrt: zsg.ch

Fahrt auf den Uetliberg mit der SZU, szu.ch

Spot Tipp: Die Zürich Card ermöglicht während 24 oder 72 Stunden eine freie Fahrt in der 2. Klasse mit Tram, Bus, Bahn, Schiff und Seilbahn in der Stadt Zürich und Umgebung


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