Urner Alpbeizli-Pass: Sammeln Sie mit!

Fotos: John Faber

Maderanertal | Pünktlich zu Beginn der Alpsaison ist er wieder da der «Urner AlpbeizliPass». Er lädt Wanderbegeisterte ein, im Kanton Uri neue Routen zu entdecken und sich dabei kulinarisch verwöhnen zu lassen.

Zwischen dem blau-türkis schimmernden Urnersee und den rauen Gipfeln der Dreitausender liegt eine Sehnsuchtswelt fernab des Alltags. Über Generationen hinweg haben Älpler hier in mühevoller Handarbeit eine einmalige Kulturlandschaft geschaffen und bis heute bewahrt. Rund dreissig nostalgische «Schiffli», Kleinstbahnen und Gondeln, tragen Einheimische und Besucher mitten hinein in die Idylle, hoch zu entlegenen Flanken und verträumten Hochtälern. Ein Netzwerk aus vielfältigen Wanderwegen in allen Schwierigkeitsgraden führt weiter zu bunten Alpwiesen, rauschenden Bächen, funkelnden Seen, lauschigen Wäldern und sonnengebräunten Weilern. Unterwegs laden heimelige Alpbeizli mit gemütlichen Sonnenplätzen zur Einkehr. Sie verleihen Einblicke in das Älplerleben und die Traditionen, die im Urnerland bis heute zelebriert werden, darunter zum Beispiel den Betruf und das Wildheuen.

Um Besucher zu neuen Erkundungen in der Region zu inspirieren, wurde vor sechs Jahren der «Urner Alpbeizli-Pass» ins Leben gerufen, eine Stempelkarte, die fleissige Sammler belohnt. Unter den aktuell neunzehn teilnehmenden Alpbetrieben ist in diesem Jahr auch zum ersten Mal die Alp Stössi im wildromantischen Maderanertal mit dabei. Grund genug für uns, um der Alp einen Besuch abzustatten.

Schon die Anreise ist ein Erlebnis für sich zuerst mit dem Postauto von Amsteg die abenteuerlich steilen Kurven hinauf bis nach Bristen zur Talstation der Seilbahn und dann mit dem urigen «Bähnli» hoch auf den Berg. Oben laufen wir durch den Weiler Golzern, vorbei an blumenübersäten Wiesen und kleinen Verkaufsstellen mit Bergkristallen, die auf Vertrauensbasis zum Verkauf angeboten werden. Bald liegt der Golzernsee wie gemalt vor uns, umrahmt vom satten Grün der Wälder und Weiden. Am Ufer wiegt bedächtig das Schilf. Kuhglocken bimmeln. Von einer Grillstelle steigt Rauch empor. Zwei Mädchen sonnen sich auf einem Floss, während mutige Jungs von einem Felsen ins Wasser springen. Wir zweigen kurzerhand in Richtung Holzsteg ab und umrunden das herrliche Gewässer.

Später geht es zurück am eigentlichen Wanderweg zunächst steil bergab. Nach vielen Treppen erreichen wir den Talboden, wo der Chärstelenbach munter vor sich hinrauscht. Inmitten sattgrüner Matten döst die Alphütte Stössi ruhig in der frühen Nachmittagssonne. Vier junge Älpler verbringen hier ihre erste volle Alpsaison. Clara versorgt die Kühe; Anja verantwortet den Haushalt, das Lädeli und das Alpbeizli. Pirmin, der bereits im letzten Alpsommer auf der Alp Stössi leckeren Käse hergestellt hat, hilft. auch diesen Sommer tatkräftig wieder mit, käst, macht Joghurt und Butter; Simon unterstützt ihn als Zusenn und hilft Clara bei den Kühen. Die jungen Paare sind hochmotiviert und das ist gut so, denn die Tage sind lang und beginnen früh.

Wir lauschen gespannt ihren Erzählungen über das Älplerleben und die unterschiedlichen Gäste, die sie schon bewirten durften. Dann lehnen wir uns zurück, trinken «Hüüskaffee» mit Rahm und schlemmen «Chääsplättli» mit «Hüüswirschtli». Es ist das Tüpfelchen auf dem «i» eines schönen Tagesausflugs inmitten eines unbefleckten Stückchen Natur. Nur ungern treten wir später den Rückweg zur Talstation Bristen an. Die Sonne steht mittlerweile tief, wirft ein weich romantisches Licht durch die Bäume, die unseren Weg entlang des Baches säumen. Wir laufen über Brücken und durch Wälder, umgehen die eine oder andere Felsnase. Mit der Zivilisation kehren die Verkaufsposten mit den Bergkristallen zurück und dieses Mal greife ich zu. Ein kleines Souvenir, das mich neben dem Stempel im «AlpbeizliPass» noch lange an den heutigen Tag erinnern wird.

Praktisches

Uri Tourismus AG

Schützengasse 11

6460 Altdorf

+41 (0)41 874 80 00

uri.swiss/alpbeizli-pass


Spot Tipps

So funktionierts: Bei einem Besuch eines teilnehmenden Alpbeizli erhalten Sie einen Stempel für Ihre persönliche Stempelkarte. Haben Sie fünf Stempel gesammelt, bekommen Sie beim nächsten Alpbeizli einen Kaffee, ein Glas Milch oder 3dl Softgetränk gratis gegen Abgabe des Passes. Mit einem neuen Pass geht die Entdeckungstour der Urner Alpbeizli danach weiter. Bereits mit drei Stempeln können Sie an der alljährlichen Verlosung teilnehmen, bei der es tolle Preise zu gewinnen gibt. Auch jene Pässe, die bei den Alpbeizli gegen das Getränk eingetauscht werden, nehmen automatisch an der Verlosung teil. Zu gewinnen gibt es Outdoorbekleidung im Wert von CHF 400 von Imholz Sport, zwei 2-Tages-TellPässe und eine Segway Tour für 2 Personen mit Mountainwheels GmbH. Einsendeschluss ist der 23. Oktober 2021. Den Alpbeizli Pass erhalten Sie an der Tourist Information in Altdorf sowie bei allen teilnehmenden Alpbeizli. Da die Beizli nur während der Alpsaison geöffnet sind, variieren die Öffnungszeiten. Es wird empfohlen, vor dem Besuch kurz anzurufen.


Hütten Pass: Neben dem Alpbeizli-Pass gibt es auch den Hütten Pass. Unter allen, die mind.

drei Stempel gesammelt haben, werden am Ende der Hüttensaison tolle Preise verlost. andermatt.ch