Freeride Tschiertschen: Weisser Rausch

Fotos: Andrea Badrutt, Markus Engi und zVg

Tschiertschen-Praden | Skisafari, 3-Bahnentour, Freeride 1000 und Freeride Praden: Abseits der Piste und fernab von Trubel und Hektik kommt in den Bündner Bergen ein Gefühl von Freiheit auf.

Frau Holle hat letzte Nacht ganze Arbeit geleistet. Die Berge leuchten blütenweiss wie ein frisch bezogenes Bett. Der Wind bläst uns um die Ohren. Er ist eisig; doch wir spüren die Kälte nicht. Zu gross ist die Aufregung. Schon seit Tagen kribbelt es uns in den Beinen. Nun stehen wir sieben Kilometer Luftlinie von Chur entfernt im Walserdorf Tschiertschen beim Skilift, noch bevor der erste Sessel die Talstation verlässt. 32 Pistenkilometer sind glattgebügelt. Aber wir sind nicht ihretwegen hier. Uns zieht es heute nicht nur weg von den Massen, sondern weg von der Piste abseits in die unberührte Winterlandschaft.

Bei der Jochalp steigen wir in die «Skisafari» ein, eine knapp 25 Kilometer lange Rundtour, die über die Lenzerheide und Arosa wieder zurück nach Tschiertschen führt. Ein letzter Blick hinab auf die Alpenstadt Chur und los geht's hinein ins Federmeer. Der Pulverschnee stiebt. Wir versinken fast bis zur Hüfte in der flauschigen Daunendecke, um uns dann mit einem Satz wieder herauszukatapultieren. Eiskristalle wirbeln durch die Luft. Die Ski laufen. Noch zwei Schwünge und wir sind im «Flow.» Ein Gefühl der Leichtigkeit, Unbeschwertheit stellt sich ein. Es begleitet uns auf der weiteren Route durch den Schwarzwald in Richtung Foppa und über den Ausser- und Innerberg bis nach Parpan.

Mit der ersten Tiefschneefahrt ist das Fieber so richtig entfacht. In der Lenzerheide geniessen wir den zweiten Teil der Safari über das Arosa Hörnli und durchs Urdentälli zurück nach Tschiertschen und träumen bereits vom nächsten Powder Tag und mit der 35 km langen «3-Bahnentour» haben wir bereits die passende Touren-Idee gefunden.

WEG VOM SCHUSS: WEITERE TIEFSCHNEEABFAHRTEN

FREERIDE PRADEN

Die Variantenabfahrt von der Jochalp nach Praden gilt als Geheimtipp. Auch Tage nach dem letzten Schneefall präsentiert sie sich oft noch unverspurt. Dabei bietet sie über 820 Tiefenmeter alles, was ein Freerider-Herz begehrt: viel offenes Terrain, eine ideale Hangneigung für kraftvolle Schwünge und Sprays sowie grandiose Aussichten übers Tal und die Alpenstadt Chur. Und das ohne mühsamen Aufstieg! Zurück nach Tschiertschen geht es direkt und (beinahe) alle Stunden mit dem Postauto.

FREERIDE 1000

Freeridegenuss mit über 1'000 Tiefenmetern! Den Einstieg in die Abfahrtsvariante vom Gürgaletsch via Spinazman nach Tschiertschen erreicht man bequem mit dem Schlepplift. Anfangs ist das Gelände anspruchsvoll und setzt etwas Erfahrung voraus; später unter der Waldgrenze ist die Route aber auch für Einsteiger geeignet. Durch die unterschiedlichsten Expositionen der Hänge findet man bei geschickter Linienwahl immer irgendwo Pulverschnee.

Praktisches

FREERIDE-TOUREN

Skisafari: Tschiertschen-Lenzerheide-ArosaTschiertschen, Preis (Tageskarte): CHF 86

3-Bahnentour: Davos Klosters Arosa Tschiertschen Lenzerheide. Die Tour kann beliebig gestartet und auch als Mehrtagestour realisiert werden. Preis: CHF 88


Chur Tourismus

Bahnhofplatz 3

7001 Chur

chur.graubuenden.ch


Bergbahnen Tschiertschen

7064 Tschiertschen

+41 (0)81 373 01 01

bbtschiertschen.ch


Das Skigebiet Tschiertschen-Praden im Schanfigg ist ab Chur in rund 15 Fahrminuten zu erreichen. Der Parkplatz und der Skibus zur Talstation sind kostenlos. Das Gebiet gilt als schneesicher, da es sich an einem Nordhang befindet. Je zwei Sesselbahnen und Skilifte gewährleisten, dass sich die Besucher optimal verteilen.

Hinweise:

Bitte studieren Sie vor jeder Freeridetour die Lawinenbulletins des WSL-Institutes für Schnee- und Lawinenforschung und informieren Sie sich auf der Webseite des Amtes für Jagd und Fischerei Graubünden über die Wildruhezonen.