Bahnfrei auf dem Pizol

Fotos: Tim Hughes

Pizol, St. Gallen | Manchmal ist das Naheliegendste auch besonders gut das beweist ein Familientag auf dem Pizol. Wer bisher auf dem Weg ins Bündnerland einfach am St. Galler Wintersportgebiet vorbeifuhr, hat viel verpasst. Auf über 1500 Höhenmeter gibt es hier so viel zu erleben, dass ein Tag fast nicht ausreicht. Besonders, wenn man sich Zeit nehmen will, die schöne Aussicht in Ruhe zu bewundern...

«Schaut mal, diese Aussicht!», schwärmt Dani. Auf 2227 m ü. M. liegen uns Rheintal und Bündner Herrschaft zu Füssen. Der Blick reicht vom Bodensee bis nach Malans und von den Churfirsten bis zu den Vorarlberger- und Bündner Alpen. Am Talboden schlängeln sich Schienen und Strassen durch braun-grüne Felder und Wälder. Vom Winter keine Spur. Anders oben auf dem Pizol. Hier hat Frau Holle schon vor Wochen den weissen Teppich ausgerollt und gestern Nacht nochmals ein Schäufelchen Neuschnee nachgelegt. So stiebt es heute so richtig toll, wenn man sich mit den Ski in die Kurve legt oder beim Schlitteln zum Lenken die Fersen in den Boden stemmt. Und genau davon träumen die Geiger Kids schon die ganze Woche.

Heute Morgen standen sie schon geschniegelt und gestriegelt parat, noch bevor der Wecker klingelte. Während der Anreise rund eine Autostunde von Zürich und der Fahrt mit der 8er-Gondelbahn direkt hinein ins Skigebiet wetzten die Geschwister ungeduldig in ihren Sitzen. Jetzt endlich am Start der ersten Abfahrt haben sie nun wirklich keinen Sinn fürs Panorama, so schön es auch tatsächlich sein mag. «Können wir?», fragt die Jüngste, rückt ihre Skibrille zurecht und geht schon mal in die Hocke.

Unrecht hat sie ja nicht. Zeit zu vergeuden, gibt es wirklich nicht. Zu viel gibt es auf zwei Brettern zu erkunden, bevor es am Nachmittag auf Kufen weitergeht. Zwölf Anlagen und 43 Pistenkilometer erschliessen das St. Gallener Wintersportgebiet Pizol (romanisch für hohe Spitze) von zwei Seiten Wangs und Bad Ragaz verbunden durch einen Schlepplift auf dem Hochplateau. Breite, sanft abfallende Hänge für Familien und Genussfahrer wechseln sich mit Pisten für sportlich Ambitionierte ab. Dazu kommen Themenabfahrten mit hohem Spassfaktor, wie der «Vreni-Schneider-Run» und die «Funslope», sowie der bei Profis und Amateuren gleichermassen beliebte Riderpark (ein Funpark zwischen Gaffia und Furt).

Für Jodie ist das Highlight klar. Während sich ihre grossen Geschwister auf den Obstacles des Riderparks Butter-Boxen, Jibs, Tubes, Rails und Kickern austoben, startet sie bereits zum dritten Mal in Folge auf der Funslope. Sie will erst weiter, wenn alle «High Fives» abgeklatscht sind, doch die bucklige Doppelwellenbahn gleich nach der ersten Steilkurve hat es in sich. Und auch dieses Mal scheitert der Versuch. Leicht frustriert dreht sie mit dem SAC-Lift noch eine weitere Runde. Als die Familie schliesslich zu Mittag beim Panoramarestaurant Edelweiss wieder vereint ist, sind Jodies Haare schneeverkrustet, die Backen rot und der Blick stolz: Es hat sich gelohnt, dranzubleiben. Ganz am Schluss hat es doch noch geklappt. Seelig löffelt sie nun ihre Suppe, während Jessica und Jay sich hungrig über ihre Schnitzel mit Pommes hermachen.

«Können wir bald weiter?», fragt Jay, noch ehe alle Teller leer sind. Die Eltern schmunzeln. Kaffee gibt es heute für sie wohl nicht. Dafür ist das Schlitteln, das nun als nächstes auf dem Programm steht, ein Heidenspass nicht nur für die Kids. Der im letzten Winter eröffnete «MounTeens Schlittelweg» vereint Schnitzeljagd und wilde Kufenfahrt auf 3.5 km. Die kurvenreiche Strecke von Furt nach Maienberg führt durch verschneite Wälder. Unterwegs warten nicht nur die «MounTeens» und spannende Rätsel, sondern auch eine «Fotofalle», die die rasante Abfahrt bildlich festhält. Jay wird sie heute als Erster passieren. «3-2-1», gibt er das Kommando, bevor er anläuft und sich jauchzend auf den Schlitten schwingt; seine Schwestern Jodie und Jessica eng auf den Fersen. Die Eltern haben alle Mühe mitzuhalten selbst schuld sie haben sich wieder von der schönen Aussicht ablenken lassen.

Praktisches

Pizolbahnen AG

Loisstrasse 50

7310 Bad Ragaz

081 300 48 30

pizol.com


Praktisches: Schlitteln ab CHF 12.50. Schlittenmiete bei Sportshop Wachter, Bergstation Furt. Freitags ist die Schlittelpiste von 18:00-22:30 Uhr beleuchtet.

Spot Tipps

HEIDILAND SKIPAUSCHALE

Wer zwei bis sieben Nächte im Berghotel Gaffia oder in einer der Ferienwohnungen im Haus Edelweiss verbringt, hat mit der «Heidiland Skipauschale» das Skiticket inkludiert. Das Angebot ist während der ganzen Wintersaison der Pizolbahnen via Heidiland buchbar. Inklusive ist der Mehrtages-Skipass entsprechend der Anzahl an Übernachtungen sowie spezielle Corona-Stornobedingungen. Ab CHF 162.


MITFAHREN IM PISTENBULLY

Im Cockpit eines rund 10 Tonnen schweren Pistenfahrzeuges mit rund 500 PS erleben Mitfahrer ab 10 Jahre, wie die Pisten mit geballter Kraft geformt, präpariert und planiert werden. Nach einer spannenden Stunde gibt es persönliches PistenBully-Pizol-Diplom zur Erinnerung. Gut zu wissen: Im Winter 2020/21 besteht beim Mitfahren eine Maskenpflicht.CHF 110/Person (ohne Bergbahnticket)

Die Bergbahnfahrt retour kostet CHF 36, mit GA oder Halbtax CHF 18.

Weitere Pauschalangebote unter: pizol.com